Mit und ohne Ende

Bei uns ist das Hörspielfieber ausgebrochen, juchhu! Mein kleiner Sohn liebt zur Zeit „Wir Kinder aus Bullerbü“ und könnte stundenlang vorm CD-Player sitzen und immer wieder die gleiche Stelle, nämlich „die mit Geisterhand, Mama“ hören. Dann sitzt er da, ganz aufmerksam und leise und lauscht – wie schön für ihn und für mich und für die Nachbarn. 😀

Als Kind habe ich Hörspiele geliebt und jeden Abend hat mich irgendeine Kassette in den Schlaf begleitet. Besonders fasziniert war ich von der Unendlichen Geschichte.

Michael Ende ist auch einer der deutschen Schriftsteller, die ich am meisten bewundere. Seine Fähigkeit, komplexe, gesellschaftskritische und gleichzeitig märchenhaft-poetische Werke zu schaffen, ist einzigartig. Seine Geschichten sind Literatur für Kinder, aber auch für Erwachsene – vielleicht war er einer der ersten, der eine Art All-Age-Titel geschrieben hat, lange vor J.K. Rowlings Harry Potter.

Jedenfalls habe ich seine Bücher zuerst gehört und dann gelesen  – die Unendliche Geschichte sogar erst, als ich erwachsen war. Das Hörspiel liegt vom Text her nah an der Buchfassung, und so konnte ich manche Passagen schon auswendig und hatte während des Lesens die Stimmen der Sprecher im Ohr. Das war eine ganz merkwürdige Erfahrung!

Da die Welt sich immer weiter dreht, viel schneller und weiter als jede Kassette oder CD, gibt es für Kinder heute noch andere Möglichkeiten, Hörspiele zu hören – am Computer, mit Tablet, Smartphone oder MP3-Player. Als Babysitterin habe ich damals die Erfahrung gemacht, dass ein Dreijähriger besser mit einem iPod umgehen konnte, als ich, schluck.

Ich habe lange ohne Smartphone gelebt und sogar sehr gut, aber nun liebe ich mein Blackberry und finde es in vielen Situationen vorteilhaft. Ein Hörspiel kann man zum Beispiel bei audible runterladen und dann unterwegs mit dem Kind anhören. Das ging zwar früher mit Walkman und CD-Player auch irgendwie, aber seine ganze Kassettensammlung mitzuschleppen ist schon etwas umständlich, oder? 😉

Auch wenn ich tendenziell altmodisch und der Meinung bin, Kinder brauchen in jungen Jahren gar nicht so viel Technik-Schnickschnack, muss man auch das Gute in den Dingen sehen. Oder hören. 🙂

 

 

 

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